A connection for life
How Isabel Hagen from Rottenburg saved the life of American Erik Sauer.
“The thought that there is someone out there that will not survive without your help, makes your realize your own weaknesses and fears”, says Isabel Hagen (23) from Rottenburg. On November 18th 2008, Isabel donated her bone marrow to Erik Sauer. In September of this year, she came to the United States with her boyfriend Florian Leber to finally meet Erik Sauer.
ROTTENBURG – What sounds like the happy ending to a sad story is actually just the beginning of a lifelong friendship between two people that have more in common than just having the same interests. “It feels like I have found a second family”, says Isabel Hagen.
After the initial two year period ended, where legally, the donor and recipient are not allowed to know each other’s identity, Isabel and Erik started writing to each other on a regular basis. “Even though I knew that he was doing well, when I saw him at the airport in person for the first time, I was so relieved and incredibly happy.” The fact that Erik Sauer stood there healthy and cheerful, holding his sons Ian (7) and Joseph (3) in his arms, filled her with great thankfulness. “It was great. He had hair and even a beard. He looked all-round happy and healthy!”
Isabel Hagen was registered in the Bone Marrow Registry in June 2007 during a bone marrow drive organized by the DKMS in Rottenburg. Exactly one year and one day later, Hagen was in the middle of preparations for her final high school exams- she received notice that she was a bone marrow match for someone. “It was extremely exciting.” She was prepared for the bone marrow extraction at a hospital in Freiburg that specializes in bone marrow transplants, before 1.2 liters of bone marrow were extracted from her pelvis on the morning of November 18th 2008. 28 hours later, Erik Sauer was already able to receive her bone marrow at a hospital in Baltimore, Maryland. He suffered from a severe case of Leukemia which he most likely would not have survived without the bone marrow transplant.
“I was nervous about the procedure, “exclaims Isabel. Her parents were worried as well. A bone marrow extraction is not a dangerous procedure, however there are always risks associated with operations. “However, I had no doubt in my mind that I would go through with the procedure.”
Isabel Hagen and her boyfriend spent 5 days with the Sauer family, who lives in Bel Air, a town near Baltimore, Maryland. “Family members travelled from all over the country to meet me”, she says. “It was a huge celebration.” Her initial worries that people may assume she would want preferential treatment were soon shattered. “For me, the donation was an easy decision and I never had a single doubt about it.”
Erik Sauer took Isabel Hagen to the hospital where he received the transplant and introduced her to the doctors and nurses that were taking care of him during his illness. “They were so excited and it seemed like our success story gave them more hope for other patients.” Erik also told Isabel about the organization he founded to register more people in the bone marrow registry and to help families that are affected by leukemia. “His family was in such a tough situation back then”, Isabel says. Lisa Sauer was pregnant in her third trimester when her husband fell ill and was diagnosed with leukemia.
Isabel and Erik will definitely stay in touch. “Our lives are connected forever.” When little Joseph is a older, the Sauer family definitely wants to go to Germany to visit. “I doubt I’ll be able to wait that long though”, Isabel says and laughs. “I am already looking for decent priced flights to the United States.”
Lebenslange Verbundenheit
Wie die Rottenburgerin Isabel Hagen dem US-Amerikaner Erik Sauer das Leben rettete
„Der Gedanke, dass da draußen jemand ist, der ohne deine Hilfe nicht überleben kann, relativiert die eigenen Ängste“, sagt Isabel Hagen (23) aus Rottenburg. Am 18. November 2008 hat sie dem an Leukämie erkrankten US-Amerikaner Erik Sauer Knochenmark gespendet. Im September dieses Jahres flog sie mit ihrem Freund Florian Leber in die USA, um Erik Sauer endlich kennenzulernen.
Rottenburg. Was klingt wie das gu- te Ende einer schlimmen Geschichte, ist der Beginn einer lebenslangen Freundschaft zwischen zwei Menschen, die mehr verbindet als gemeinsame Interessen. „Es ist, als hätte ich eine zweite Familie gefunden“, sagt Isabel Hagen.
Seit die zweijährige Kontaktsperre, der Knochenmarkspender undempfänger gesetzlich unterliegen, im November 2010 aufgehoben wurde, schreiben sich Isabel Hagen und Erik Sauer regelmäßig E- Mails. „Auch wenn ich deshalb eigentlich wusste, dass es ihm gut geht – als ich ihn am Flughafen das erste Mal persönlich getroffen habe, war ich vor Erleichterung wie erlöst.“ Dass Erik Sauer so gesund und fröhlich dastand, die Söhne Ian (7) und Joseph (3) im Arm, habe sie mit großer Dankbarkeit erfüllt. „Es war toll. Er hatte Haare und trug sogar einen Bart“, erzählt sie. „Er sah einfach ganz wunderbar rundum gesund aus.“

Isabel Hagen, 23, aus Rottenburg mit dem US-Amerikaner Erik Sauer, 36, in Bel Air bei Baltimore. Ihm hat sie 2008 ihr Knochenmark gespendet.
Isabel Hagen hatte sich im Juni 2007 bei einer Aktion der Deutschen Knochenmark Spenderdatei (DKMS) in Rottenburg typisieren lassen. Genau ein Jahr und einen Tag später – Hagen steckte gerade mitten in der heißen Abi-Phase – kam die Mitteilung, dass sie als Spenderin infrage kommt. „Das war wahnsinnig aufregend.“ Im Transplantationszentrum der Freiburger Klinik brachte sie die nötigen Voruntersuchungen hinter sich, ehe ihr dort am Morgen des 18. November 1,2 Liter Knochenmark aus dem Becken entnommen wurden. 28 Stunden später konnte Erik Sauer die Spende in der Klinik in Baltimore, Maryland, bereits empfangen. Er litt an einer schweren Leukämie, die er ohne die Transplantation wohl nicht überlebt hätte.
„Vor dem Eingriff hatte ich schon etwas Angst“, erzählt Isabel Hagen. Auch die Eltern waren besorgt. So eine Knochenmarkspende ist zwar an sich keine große Sache, birgt aber dennoch die üblichen Risiken einer Operation. „Trotzdem stand für mich immer außer Frage, dass ich das mache.“
Fünf Tage hat Isabel Hagen zusammen mit ihrem Freund bei den Sauers verbracht, die in Bel Air, einer Kleinstadt nahe Baltimore im Bundesstaat Maryland, leben. „Aus dem ganzen Land sind Familienmitglieder angereist, um mich kennenzulernen“, erzählt sie. „Das gab ein richtiges Fest.“ Die anfängliche Angst, es könnte der Eindruck entstehen, sie erwarte Besonderes, konnten schnell zerstreut werden. „Für mich, das habe ich klar gemacht, war die Spende eine Selbst-Verständlichkeit.“
Erik Sauer zeigte Isabel Hagen die Transplantationsklinik und stellt ihr die Ärzte und Schwestern vor, die ihn durch die Krankheit begleitet haben. „Die haben sich sehr gefreut und konnten aus unserer Erfolgsgeschichte neue Hoffnung schöpfen.“ Und er berichtete ihr von seiner Stiftung „There Goes My Hero“. Die hat er gegründet, um mehr Menschen in den USA dazu zu bringen, sich typisieren zu lassen, und Familien von Krebskranken zu unterstützen. „Seine Familie war damals auch in einer schwierigen Situation“, erzählt Isabel Hagen. Lisa Sauer war hochschwanger, als ihr Mann erkrankte und stand kurz vor der Entbindung, als er die Diagnose erhielt.
Den Kontakt werden Isabel Hagen und Erik Sauer auf jeden Fall weiter halten. „Unsere Leben sind durch diese Geschichte eng miteinander verbunden.“ Wenn der kleine Joseph ein wenig älter ist, wollen die Sauers unbedingt einmal nach Deutschland kommen. „Aber so lange halte ich‘s wahrscheinlich nicht aus“, sagt Isabel Hagen und lacht. „Ich bin schon jetzt wieder auf der Suche nach einem günstigen Flug in die USA.“
MARIKE SCHNECK